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Im Winter 1951/52 hatte unser Erich Hohenberger die
glückliche Idee, in die etwas triste und trockene Amtsatmosphäre der
Kollegenschaft der Bezirksstelle Spandau der AOK Berlin (zu der Zeit
Krankenversicherungsanstalt Berlin - KVAB) etwas Auflockerung zu
bringen. Ein außerdienstliches Abwechslung bietendes Beisammensein
schien für diesen Zweck wohl am geeignetsten zu sein. Es bot sich das
Kegeln als Möglichkeit an, das Erich zuweilen im privaten Kreis
veranstaltete. Der Gedanke nahm Formen an, obwohl die allgemeinen als
auch die speziellen Bedingungen für das geplante Tun nicht gerade
günstig lagen. Die Verhältnisse seinerzeit waren ja als noch recht
bescheiden anzusehen, mit vielen Mängeln und Unvollkommenheiten hatte
man zu kämpfen.
Der öffentliche Dienst war nicht gefragt ,das Lohn und Gehaltsgefüge war
miserabel, scharenweise drängte man zur Privatwirtschaft, wo sich
andeutete, dass die Räder langsam in Bewegung kamen. Das Gros der
Bevölkerung, besonders das der Berliner, brauchte nicht mehr ums
Überleben zu ringen, aber erst jetzt - so sagen die Statistiken - nahm
das deutsche Volk körperlich wieder an Gewicht zu. Der Ost/West Konflikt
machte täglich Schlagzeilen, im Mai 1952 wurde der Fernsprechverbund
zwischen den beiden Teilen der Stadt sowie zwischen Westberlin und den
Orten der DDR durch die Ostberliner Post unterbrochen und ab Juni 1952
die Einreise nach Ostberlin und in die DDR nur noch mit Sonderausweisen
und Passierscheinen gestattet.
Bezeichnend für die Schwierigkeiten der damaligen Zeit, dass nach dem
K.O. Schlag von 1945 der Marshallplan noch bis Juni 1952, die
Carepaket-Aktion bis 1960 andauerte.
Die eigenen speziellen Verhältnisse lagen auch im Argen, die Beseler
Kaserne, unsere Arbeitsstätte am Askanierring mit ihren unanschaulichen
hohen Räumen, denen noch immer der Mief von Gewehröl und Schuhwichse
anhaftete, passte in die Landschaft, ebenso der ungepflegte, nun
ungenutzte Kasernenhof, auf dem die hier mal für Gott und Vaterland
verpflichteten Rekruten des 5. Garderegiments zu Fuß manchen
Schweißtropfen verloren haben.
Zurück zu unserem eigenen Vorhaben, von dem sich der Urheber nicht
abbringen ließ. Ein rundes Dutzend mehr oder weniger Sportinteressierte
Kollegen, hager und mickrig, fast alle der körperlichen Bewegung
entwöhnt, ließen sich auf das etwas abenteuerliche Unterfangen ein. Wie
erinnerlich, bersteten die Betroffenen nicht gerade vor sportlichem
Ehrgeiz, mehr stand das außerdienstliche Beisammensein im Vordergrund.
Fast alle waren auch nicht mehr in voller Blüte, der Unterzeichnete
gehörte mit seinen 39 Jahren zu den Jüngsten.
Übrigens - mit der amtierenden Dienststellenleitung hatten wir keinen
Kummer, im Gegenteil, sie stand dem Plan wohlwollend gegenüber,
ermunterte uns sogar bei der Aktion.
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