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Am 15. Februar 1952, einem Freitag, fand die
Premiere statt.12 Mannsbilder, trotteten ,,per pedes“ am Zaun des
Güterbahnhofs den Brunsbütteler Damm entlang zum sportlichen Einsatz ins
Erste Spandauer Kegelheim, wie auch heute noch benannt.
Namentlich geläufig als Männer der ,,ersten Stunde“ sind neben Erich
Hohenberger und mir ( Helmut Bock) noch die Kollegen Alfred Belz, Paul
Bolle, Alfred Hüge, Kurt Bärmann, Otto Lowien, Paul Schön, Gerhard Gesch,
Bruno Hermann und Bernhard Weichert.
Zitat aus einer Eisbeinzeitung: "Bei jedem Wetter, nass ob trocken,
zuckelten sie als Schwarm, die Kegelschuhe unterm Arm und
selbstverständlich auch die Socken.“
Mir kamen diese 300 m immer enorm weit vor, was wohl mehr die
Eintönigkeit der Straße mit wenig Wohnhäuser, öden Lager- und
Umschlagplätzen betraf. Wundern konnte man sich lediglich, dass auf 180
m Langweiligkeit noch 3 weitere Kneipen existierten.
An dieser Vorstadtatmosphäre hat sich auch bis heute kaum etwas
verändert, die 4 Gaststätten sind noch an ihrem Platz, bei meinem
täglichen Fahrten durch die Gegend sehe ich selten eine Seele, die um
ihrem Durst zu stillen, einzukehren wünscht.
Um der Frage vorzubeugen, warum wir denn unsere Schenke nicht auf
bequemere Weise hätten erreichen können, sei gesagt, dass Straßenbahn
bzw. Busverbindungen in dieses Gebiet recht umständlich waren und wir
Besitzer eines ,,Automobils“ noch nicht in unseren Reihen hatten.
Schließlich war es soweit, durch die Lokalität über den Hinterhof
gelangten wir zu unserer künftigen Wirkungsstätte, einem kühlen, wenig
anheimelnden Schuppen, in den drei massive eiserne Öfen nicht zu
übersehen waren.
Hauptanziehungspunkt für uns waren die sechs Kegelbahnen, die neun
Kegel, die es künftig umzuwerfen galt und die Kugeln, mit denen wir uns
anzufreunden hatten. Hinter den Kegeln in 30 m Entfernung standen die
Kegeljungen bereit, die bei uns Mädchen waren. Aber das ist ein Kapitel,
wert, später etwas eingehender angesprochen zu werden.
Wir waren jedenfalls zu diesem Zeitpunkt so unbedarft, das Geschehen als
Jux zu betrachten, die Begriffe Anlauf, Konzentration und Kondition
gehörten noch nicht in unsere Welt.
Um es nun anzupacken, so war uns angeraten, mußten wir die Bürosachen ab
- und den Sportdress anlegen. Das gab eine theaternahe Vorstellung, denn
die Mehrzahl von uns war ja mehr oder weniger ,,angeknackst“, behaftet
mit Kriegs- und Nachkriegsgebrechen, hatte sich bloß ein ,,Räuberzivil“
zusammenglauben können.
,,Ein Königreich für ein Foto des Ensembles am Premierentag“. Mit Kegeln
ist es an diesem Tag wohl nicht mehr viel geworden, aber alle waren sich
einig, dass dieses Zusammensein nicht einmalig sein sollte. Ein
14-tägiger Turnus fand Zustimmung, aber Wiederholungen ins tausendfache
wäre als hirngespinstig bezeichnet worden.
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